Helft uns, die Torte zu Backen!

Aufruf zum CROWDFUNDING.

 

 

“Ich glaub, ich hab mich verhört!”

Im November 2017 ging ein neuer Rap-Song des deutschen Chartstürmers KC Rebell online. Der Name des Songs ist Erdbeerwoche und die Klicks auf Youtube haben die 4 Millionen Grenze bereits überschritten. Warum?

Gemeinsam mit Summer Cem und Elias, zwei weiteren angesagten deutschen Rappern, lässt sich KC Rebell ungehemmt über sein Problem mit dem Menstruationszyklus aus und beschimpft eine fiktive (oder womöglich im echten Leben existente) Bitch, dass sie doch bitte abhauen soll, wenn sie ihn beim ersten Date ein bisschen geil macht, und dann erwartet dass er sich's alleine macht. Ein starkes, obercooles Role-Model für junge Burschen und Männer kann eben nicht abwarten und Tee trinken, denn (Zitat!) wenn´s vorne nicht geht, dann geht´s hinten, wenn´s hinten nicht geht, dann geht´s oben. Es gibt eine Million Methoden!

Die Bitch wird heimgeschickt und KC Rebells Herz ist gebrochen. Unsere Herzen auch, denn wir können nach viereinhalb Minuten Prolo-Reimen nicht fassen, wie sehr die Frau, die weibliche Sexualität und der Menstruationszyklus hier ins Lächerliche gezogen werden. Irgendwie haben wir bis zum Ende des Songs gehofft, dass es eine Wendung gibt vielleicht war ja alles nur ein schlechter Scherz? Ein sehr schlechter … Aber das passiert nicht. KC Rebell´s letzte Worte sind und bleiben: Ich hoff du findest hier raus, womit er hunderttausenden von jungen Mädchen das Gefühl gibt, dass sie gefälligst gefügig zu sein haben, egal, wie sie sich gerade fühlen. Die Botschaft ist unmissverständlich die, dass, wenn der Mann es haben will, er es auch bekommen soll. Ein Nein zählt nicht. Und die Menstruation ist sowieso nur eine schwache Ausrede einer ehrenlosen, arroganten Schlampe.

Wir suchen im Netz nach pro-feministischen Antworten und finden … Katja Krasavice. Sie singt spärlich bekleidet – „Gib’s mir doggy, gib’s mir doggy, gib’s mir doggy …

 

Aufgeklärt...ähm... wie jetzt?

Im Gespräch mit  sexualpädagogisch tätigen Teams wird schnell klar, dass die Popkultur Jugendliche stark beeinflusst und in Fällen wie solchen auch sehr verunsichert. Vor allem für junge Mädchen werden solche Videos zu gefährlichen Manipulationsmitteln. Auch wenn sie lustig gemeint sind (was wir nicht finden), knabbern sie auf einer unterbewussten Ebene am Selbstwert junger Mädchen und Frauen und bewerben Sexualität als Leistungssport oder Performance, zu der man (frau) immer bereit sein sollte, damit der (männliche) andere zufrieden ist.

Was passiert da gerade mit unserer aufgeklärten Gesellschaft? Welche Frauenbilder werden da verbreitet? Und wollen wir einfach so zusehen?

Ziel unseres Projektes ERDBEERWOCHE ist die Realisation eines pro-feministischen, provokanten Musikvideos bestehend aus Rap-Elementen vermischt mit typisch alpenländischem Sound, in dem wir eine Antwort auf KC Rebell´s vorvorgestriges Weltbild geben. Unsere Antwort ist friedlich, lustvoll und frech. Und wird hoffentlich ein Ohrwurm. Krieg wollen wir keinen vielmehr wollen wir eine Diskussionsplattform schaffen, wo Stimmen aller Beteiligten hörbar werden. Und wir wollen zeigen, dass Feminismus auch humorvoll sein kann und Spaß machen darf. Junge Mädchen und Frauen sollen durch den neuen ERDBEERWOCHE Song dazu inspiriert werden, auf sich und ihren Körper zu hören und selbstbewusst mit jenem umzugehen. Wir wollen in unserem Song betonen, dass es bei einem ersten Date eben nicht zwingend zu Sex kommen muss auch wenn KC rebelliert und dass gegenseitiges Verständnis, Entscheidungsfreiheit und gute, wertschätzende Kommunikation das Um und Auf für eine erfüllende sexuelle Begegnung sind.

Das Musikvideo für die ERDBEERWOCHE bietet uns auf visueller Ebene noch einmal mehr die Chance, auf althergebrachte Role-Model Bilder einzugehen und diese auf die Schippe zu nehmen. Unsere Story beginnt da, wo KC Rebell´s Geduld endet. Unsere Version der ERDBEERWOCHE zeigt drei brave Hausfrauen beim Backen einer Erdbeertorte so wie früher rückschrittig sozusagen. Wobei schnell klar wird, dass wir den Schritt nach vorne wagen. Blut wird dabei nie fließen, unsere Erdbeeren sind sinnlich und rot genug! Housewive Dreams der 60ies, süßes Schlagobers und schwarze Dirndln im Gangsterlook erzeugen einen parodistischen Remix von stereotypen Bildern und neuen, starken Frauen-Stimmen. Unsere Version der ERDBEERWOCHE ist eine neue, innovative Rezeptur für Geschlechtergerechtigkeit. Wir backen gemeinsam einen Kuchen. Und teilen ihn gerne im Netz.

 

Finanzielles Backtriebmittel.

Ja, wir haben um öffentliche Födergelder bei Fraueneinrichtungen angesucht. Nein, wir haben sie nicht bekommen. Das hier ist Plan B.

B wie Backtriebmittel!

Wenn ihr uns bei diesem Vorhaben unterstützen wollt, könnt ihr das mit einem Klick auf den DONATE Button tun. Die Höhe eures finanziellen Beitrages könnt ihr mittels eines "Perks" selbst entscheiden. Jeder Euro hilft uns bei der Realisation und ihr bekommt im Gegenzug ein paar Goodies von uns. Vor allem aber helft ihr uns mit der Produktion.

Unser Endziel sind 5000 EUR, mit denen wir Produktionskosten wie KünstlerInnengagen, Soundstudio, Technisches Equipment für den Dreh, Kostüme, Ausstattung, Transport und Verpflegung bezahlen werden. Wir sind bemüht, unsere Ausgaben so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig bestrebt, eine qualitativ hochwertige künstlerische Gesamtleistung zu erzielen.

 

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Erdbeer!

I hob dei Sahne halt heint a bissal z´steif gschlog´n...

 
 
 
 

Statist*innen für die ERDBEERWOCHE gesucht!

Gesucht werden Menschen, menstruierende und nicht menstruierende, die die Schnauze voll haben von sexistischen Äußerungen im deutschsprachigen Hip-Hop und ihr Gesicht für Veränderung zeigen wollen. Es wird eine kleine Choreographie erarbeitet, an der jede Person teilnehmen kann, je nach ihren Möglichkeiten.

Bei Interesse und für weitere Informationen meldet euch bitte mit dem Betreff „StatistIn“unter: vaginasimdirndl@gmail.com

 

Wann:

 

13. Oder 14.Juli (ein halber Drehtag) 1130 Wien

Choreographie-Probe: 09.Juli 13:00-16:00 im KosmosTheater Wien (obligatorisch)

(Gerne auch, wenn nur einer der beiden Drehtage möglich ist. Gedreht wird an einem der beiden Tage - wetterabhängig)